Endodontie

Eine Wurzelkanalbehandlung (endodontische Behandlung) wird dann nötig, wenn eine bakterielle Infektion durch eine tiefe Karies, ein Trauma, eine mechanische, thermische oder chemische Reizung das Nervengewebe im Zahninneren (die Pulpa) schädigt und/oder infiziert. Im Inneren eines Zahnes verzweigt sich ein Kanalsystem, in dem sich lebendes Gewebe (Pulpa) mit Nerven und Blutgefäßen befindet. Dabei kann es auch zu einer bakteriellen Infektion des umliegenden Gewebes (des Parodonts) und der Zahnoberfläche gekommen sein.

Diese Prozesse können über lange Zeit chronisch unbemerkt und schmerzlos erfolgt sein. Falls das Endodont jedoch zu stark geschädigt wurde, kann es sich nicht mehr von selbst regenerieren. Stärkere Beschwerden wie Schmerzen und eine Schwellung sind die Folge und eine Ausbreitung der Infektion in den Knochen, die Kieferhöhlen oder den Blutkreislauf sind möglich.

In der Vergangenheit war es oft notwendig den betroffenen Zahn zu entfernen und eine Lücke zu hinterlassen, da das Kanalsystem eines Zahnes oftmals sehr grazil und mit vielen Krümmungen versehen ist und es keine Behandlungsmöglichkeit gab. Heutzutage ist es durch den Einsatz modernster Therapiemethoden, mikrochirurgischem Instrumentarium einschließlich eines OP-Mikroskops und Dank einer hohen Spezialisierung im Bereich der Endodontie möglich, den eigenen Zahn langfristig erfolgreich zu erhalten.

Wie hoch sind die erfolgsaussichten einer wurzelkanalbehandlung?

Der Erhalt Ihrer Zähne ist unser oberstes Ziel. Und die Erfolgsquote ist groß: die allermeisten der behandelten Zähne können durch eine fundierte endodontologische Behandlung mit guter Prognose erhalten werden: Langzeitstudien in den USA und Skandinavien ergaben, dass bei professioneller endodontologischer Behandlung unter Anwendung der oben genannten Methoden, eine Erfolgsquote von über 80% zu erreichen ist.

Jeder medizinischen Therapie sind Grenzen gesetzt, so dass es in komplexen Fällen unmöglich sein kann, das Kanalsystem vollständig zu reinigen. Manchmal muss ein chirurgischer Eingriff unterstützend vorgenommen werden, um den Zahn zu erhalten.

In einigen Fällen kann eine wiederholte Wurzelkanalbehandlung (Revision) notwendig sein, weil es zu einer erneuten Infektion des Endodonts gekommen ist. Auch in diesem Fall können mittels modernster Methodik und unter Anwendung eines hochauflösenden OP-Mikroskops selbst verloren geglaubte Zähne mittels Revisionsbehandlung in vielen Fällen noch gerettet werden.

Warum braucht man ein op-mikroskop?

Um das fein verästelte Kanalsystem eines Zahnes sicher aufzufinden und bearbeiten zu können, ist eine gute Sicht nicht nur hilfreich, sondern in der modernen Endodontie unerlässlich. Die feinen Eingänge zu den Kanälen sind mit dem bloßen Auge oftmals nicht zu erkennen. Verlässt man sich nur auf das Fingerspitzengefühl, bleiben viele Kanäle und Nischen unentdeckt und verbleibende Gewebsreste und Bakterien können dann zu einem Persistieren oder erneuten Aufflammen der Entzündung auch Jahre nach der Behandlung führen.

Moderne Operationsmikroskope sind mit einer ausgeklügelten Optik ausgestattet, die hochauflösende und stark vergrößerte Bilder liefert. Damit ist es uns heute möglich nicht mehr “im Dunkeln” zu arbeiten, sondern bis tief ins Zahninnere hineinzusehen und dort Unregelmäßigkeiten, Besonderheiten und schwierige Problemstellen besser erkennen und therapieren zu können. Dadurch ist eine gezieltere und sicherere Therapie auch in schwierigen Fällen erfolgreich. Auch Problemfälle, wie Löcher in der Wurzelkanalwand (sogenannte Resorptionen) oder abgebrochene Instrumente im Wurzelkanal sind mit Hilfe des OP-Mikroskops durch den erfahrenen Behandler meist zu lösen.